Sonntag, Januar 25, 2026

Nach dem Todesfall – So regelst du den Nachlass rechtlich richtig

Nach einem Todesfall stehen Angehörige oft ratlos vor der Frage: Wer darf was? Wer haftet? Und was ist zu tun? Der Artikel erklärt verständlich und strukturiert, wie die Nachlassabwicklung funktioniert, worauf es bei Erbschein, Testament, Bankzugriff und Erbausschlagung ankommt und welche Fristen unbedingt zu beachten sind. Ideal für Erben, Angehörige und Vorsorgende – mit klaren rechtlichen Tipps.

Teilen Sie den Artikel auf:

Darum geht’s in diesem Artikel – Was erwartet dich?

Ein Todesfall in der Familie stellt das Leben von einem Moment auf den anderen auf den Kopf. Neben der emotionalen Belastung geraten Hinterbliebene oft in organisatorischen Ausnahmezustand. Beerdigung, Formalitäten, Testament, Erbschein – viele wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Besonders die Frage, wie der Nachlass rechtlich korrekt abgewickelt wird, führt regelmäßig zu Verunsicherung.

Dieser Artikel zeigt dir Schritt für Schritt, was nach dem Tod eines Angehörigen zu tun ist, wie du als Erbe mit Banken, Behörden und Mitbeteiligten kommunizierst und welche rechtlichen und finanziellen Entscheidungen frühzeitig getroffen werden müssen – damit du in einer schweren Zeit Klarheit behältst.

Was bedeutet Nachlassabwicklung – und wer ist zuständig?

Mit dem Tod eines Menschen geht dessen Vermögen auf die Erben über – automatisch, per Gesetz. Der sogenannte Nachlass umfasst dabei nicht nur Bankguthaben, sondern auch Immobilien, Verträge, Schulden, Versicherungen, Haushaltsgegenstände und laufende Verpflichtungen.

Für die Abwicklung zuständig ist die Person, die als Erbe feststeht. Das kann durch ein Testament bestimmt sein – oder durch die gesetzliche Erbfolge. Gibt es mehrere Erben, bilden sie eine Erbengemeinschaft – Entscheidungen müssen dann gemeinsam getroffen werden.

Je nach Konstellation brauchst du einen Erbschein, einen Testamentsvollstrecker oder musst dich mit weiteren Erbberechtigten abstimmen. Es kommt also darauf an, ob ein Testament existiert, wer alles Anspruch hat – und wie umfangreich der Nachlass ist.

Die ersten Schritte nach dem Todesfall – was wirklich wichtig ist

Zunächst geht es um formale und organisatorische Grundentscheidungen. Viele Aufgaben lassen sich nicht aufschieben:

  • Der Tod muss dem Standesamt gemeldet werden.
  • Die Sterbeurkunde ist zu beantragen – ohne sie geht fast nichts.
  • Konten, Versicherungen, Verträge müssen gefunden und gesichert werden.
  • Es muss entschieden werden, ob der Nachlass angenommen oder ausgeschlagen wird.

Denn: Wer den Nachlass annimmt, übernimmt auch alle Verbindlichkeiten. Schulden gehören genauso zur Erbmasse wie Vermögenswerte. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig zu prüfen, was tatsächlich hinterlassen wurde.

Bankgeschäfte, Kontozugriff und Verfügungsbefugnis

Sobald der Todesfall gemeldet wurde, sperren viele Banken zunächst das Konto – aus rechtlichen Gründen. Zugriff erhält nur, wer nachweisen kann, dass er verfügungsberechtigt ist. Das gelingt durch:

  • Vorlage eines notariellen Testaments mit Eröffnungsprotokoll
  • Vorlage eines Erbscheins
  • Oder durch eine Vollmacht über den Tod hinaus (Post-mortem-Vollmacht)

Bis dahin können keine Abbuchungen erfolgen – auch Daueraufträge, Mieten oder Lastschriften werden gestoppt. Das kann im Alltag zu echten Problemen führen. Wichtig ist deshalb: rechtzeitig mit der Bank sprechen, Dokumente vorbereiten und ggf. Kontovollmachten organisieren.

Erbschein, Testament und Erbfolge – was du wissen musst

Wenn kein Testament vorliegt, gilt die gesetzliche Erbfolge. Ehepartner, Kinder, Eltern oder Geschwister erben nach einem festen Schema.

Gibt es ein Testament, muss es beim Nachlassgericht eingereicht und eröffnet werden. Danach erhalten die Erben eine Bestätigung, mit der sie sich legitimieren können.

Ein Erbschein ist vor allem dann notwendig, wenn es kein notarielles Testament gibt oder wenn Immobilien zum Nachlass gehören. Die Ausstellung erfolgt durch das Amtsgericht – aber nur auf Antrag. Die Bearbeitung kann Wochen dauern.

Wichtig: Der Erbschein ist mit Kosten verbunden und macht dich gegenüber Gläubigern voll haftbar. Bei zweifelhaften Nachlässen kann auch die Ausschlagung sinnvoll sein.

Nachlass annehmen oder ausschlagen – eine Entscheidung mit Folgen

Niemand muss ein Erbe annehmen. Du hast nach dem Todesfall sechs Wochen Zeit, um dich zu entscheiden. Innerhalb dieser Frist kannst du das Erbe ausschlagen – z. B. wenn Schulden, offene Kredite oder Rechtsstreitigkeiten bekannt werden.

Eine Ausschlagung erfolgt schriftlich oder persönlich beim Nachlassgericht. Sie muss klar erklärt und dokumentiert werden. Wer das Erbe ausschlägt, wird behandelt, als hätte er nie existiert – der Nachlass geht dann an nachfolgende Berechtigte über.

Achtung: Wer einmal angenommen hat, kann nicht mehr zurück. Auch „konkludentes Verhalten“, etwa das Abheben vom Konto oder das Begleichen von Schulden, gilt als Annahme.

Kosten, Steuern, Pflichtteil – was sonst noch wichtig ist

Neben der eigentlichen Nachlassabwicklung gibt es eine Reihe weiterer Aspekte:

  • Erbschaftssteuer kann fällig werden – je nach Verwandtschaftsgrad und Höhe des Erbes.
  • Pflichtteilsberechtigte können ihren Anteil einfordern – auch gegen den Willen des Erblassers.
  • Laufende Verträge, Versicherungen und digitale Konten müssen gekündigt oder übertragen werden.
  • Haushaltsgegenstände müssen gesichert, Immobilien betreut und Verbindlichkeiten abgewickelt werden.

All das kann überfordern. Deshalb ist es sinnvoll, frühzeitig rechtliche und organisatorische Hilfe in Anspruch zu nehmen – etwa durch eine Nachlassverwaltung oder anwaltliche Begleitung.

Tipps der Redaktion

Ein Todesfall ist immer ein tiefer Einschnitt – aber auch eine rechtliche Verpflichtung. Wer gut vorbereitet ist, kann nicht nur Streit vermeiden, sondern auch Kosten und Ärger sparen.

✅ Nachlass nicht vorschnell annehmen – sondern prüfen
✅ Immer mit der Bank sprechen, bevor du etwas veranlasst
✅ Testament oder Erbschein sichern – ohne Legitimation kein Zugriff
✅ Fristen wahren – besonders bei Ausschlagung und Steuer
✅ Hilfe findest du auch jederzeit auf unserer Hauptseite:

lexpilot.onepage.me

Zusammengefasst:
✅ Nachlassabwicklung braucht Struktur, Wissen und Ruhe
✅ Bankkonten, Testamente, Fristen und Schulden im Blick behalten
✅ Erbschein nur beantragen, wenn nötig – mit Bedacht
✅ Annahme oder Ausschlagung bewusst entscheiden
✅ LexPilot hilft dir mit klarer Orientierung & kostenfreier Ersteinschätzung

Eine kurze rechtliche Einschätzung durch die Expertenbrille

„Nach dem Tod eines Angehörigen verlieren viele Menschen den Überblick – nicht nur emotional, sondern auch rechtlich. Gerade bei komplexen Nachlässen ist es wichtig, gut dokumentiert und rechtssicher zu handeln. Ein falscher Schritt kann teuer werden.“

Björn Kasper, Rechtsanwalt

FAQ – Die 7 wichtigsten Fragen zur Nachlassabwicklung

Wann brauche ich einen Erbschein?

Ein Erbschein wird benötigt, wenn du dich gegenüber Banken, Versicherungen oder Grundbuchämtern als Erbe legitimieren musst – vor allem dann, wenn kein notarielles Testament vorliegt. Er ist bei Immobilien praktisch immer erforderlich.

Was passiert, wenn ich das Erbe ausschlage?

Dann wirst du rechtlich behandelt, als wärst du nie Erbe gewesen. Das Erbe geht an die nächsten in der gesetzlichen Reihenfolge. Wichtig ist: Die Ausschlagung muss innerhalb von sechs Wochen erklärt und dokumentiert werden – am besten mit fachlicher Hilfe.

Wie bekomme ich Zugriff auf Bankkonten des Verstorbenen?

Nur mit Legitimation. Entweder durch einen Erbschein, ein eröffnetes notarielles Testament oder eine Post-mortem-Vollmacht. Ohne diese Unterlagen werden Konten gesperrt – auch für Angehörige.

Was passiert mit Schulden des Verstorbenen?

Diese gehen mit dem Nachlass auf die Erben über. Du haftest dann mit deinem eigenen Vermögen. Deshalb ist es so wichtig, vor Annahme zu prüfen, welche Verbindlichkeiten bestehen – auch versteckte Schulden zählen dazu.

Wie kann ich mich vor Erbschaftssteuer schützen?

Es gibt Freibeträge – z. B. 500.000 € für Ehepartner oder 400.000 € für Kinder. Wer darunter bleibt, zahlt keine Steuer. Bei Immobilien oder großen Vermögen kann eine frühzeitige Gestaltung sinnvoll sein. Beratung lohnt sich.

Was ist mit dem Hausstand und den persönlichen Dingen?

Der gesamte Besitz gehört zum Nachlass. Möbel, Schmuck, Fotos, Autos – alles muss gemeinsam verteilt oder bewertet werden. In Erbengemeinschaften kann es hier schnell zum Streit kommen. Ein Testament hilft, klare Verhältnisse zu schaffen.

Wo finde ich Unterstützung für alle Schritte der Abwicklung?

Bei LexPilot erhältst du eine kostenfreie Ersteinschätzung zu deiner individuellen Situation. Wir prüfen deine Fragen DSGVO-konform und vermitteln dir auf Wunsch eine erfahrene Kanzlei – direkt, sicher und ohne Kostenrisiko über lexpilot.onepage.me.

Name, Vorname:
Möchtest Du in Zukunft per E-Mail über Neuigkeiten, Urteile usw. informiert werden?
Lexmart – Rechtsberatung durch Partneranwälte
Lexmart

Rechtsberatung anfragen

Wenn Sie allgemeine Fragen zu rechtlichen Themen haben oder eine andere rechtliche Fragestellung klären möchten, können Sie gerne die Rechtsberatung unserer erfahrenen Partneranwälte in Anspruch nehmen.

Sie erhalten eine fundierte, verständliche Einschätzung und – falls erforderlich – konkrete Handlungsempfehlungen für Ihr weiteres Vorgehen.

Hinweis: Dieses Element dient der allgemeinen Kontaktaufnahme. Es stellt keine Rechtsberatung dar und ersetzt keine anwaltliche Beratung im Einzelfall.

Auch interessant:

Aus der gleichen Rubrik

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner